Mittelfinger Katzen Sticker: „ArschAmt halts Maul!“

In Leipzig sind Aufkleber mit einer Mittelfinger-Katze aufgetaucht!
Auch wenn es keinerlei Absprache mit akom.blogsport.de gab, ist dieser Blog dort vermerkt. Ebenso die Seite der „Freien ArbeiterInnen Union“ fau.org.

Trotz der stark negativ wirkenden, gar provozierenden Aussage des Aufklebers müssen wir ihm Recht geben: Alle Menschen haben ein Recht auf ein gutes Leben! Als Menschen die kein Kapital besitzen, also weder Aktien, noch Häuser oder Fabriken, sind wir alle Teil der lohnabhängigen Klasse – egal ob wir arbeitslos sind oder hart arbeiten. Oder ob wir Kinder, Familie oder Alte pflegen oder noch in Ausbildung oder Studium stecken. Unsere Tätigkeit stellt alles her, was Menschen brauchen: Haarschnitte, Wohnhäuser, Gespräche, Windelwechsel, Ampel, Supermarkteinkauf.

Weniger Arbeitslose?

Während einerseits die Arbeit immer mehr zu werden scheint, die Arbeitszeiten länger, das Rentenalter später, der Stress mehr, mehr Arbeit in die Freizeitverlegt wirds usw. werden auch immer mehr Menschen arbeitslos. In Deutschland scheinen die Zahlen zwar zurückzugehen, aber das liegt nur daran, dass Deutschland viele Exportmärkte anderer europäischer Länder übernommen hat, wo die Arbeitslosenzahlen deshalb explodieren. Deutschlands geringe Arbeitslosigkeit ist also ein irreales Zerrbild, auf Kosten der Arbeitslosigkeit in Spanien, Italien, Griechenland usw.

Was haben Arbeitslose „verdient“?

Das Wort „verdienen“ ist schon eine Krasse Verzerrung und Verarschung der Werktätigen: Während wir werktätigen diese Welt erschaffen, verteilt sich der „Lohn“ extrem ungleich: Ein TOP-Manager verdient das 100fache eines Lastwagenfahrers, ohne tatsächlich mehr Verantwortung zu übernehmen: Der eine hat tätglich die Verantwortung über Leben und Tod auf der Autobahn, der andere fliegt im Zweifel mit einer dicken Abfindung raus. Die meisten unserer High-Tec-Produkte werden in China zum Billiglohn hergestellt, unsere Kleider in Bangladesh und unsere Schuhe in Indonesien. Die Menschen die diese Werte schaffen, haben kaum etwas von, die Firmenbesitzer in den USA und Deutschland „verdienen“ sich eine goldene Nase. Es lässt sich festhalten, dass ein hoher Lohn nichts damit zu tun hat, dass die Arbeit wertvoll oder wichtig oder schwierig ist. Niemand hat seinen Lohn „verdient“! Alle verdienen ein gutes Leben und eine interssante Tätigkeit ausüben zu dürfen!

Was ist nun mit den Arbeitslosen?

Die Management-Kreise haben in den 1970ern, eine Zeit der annähernden Vollbeschäftigung, gemerkt, dass sich das Geschäft für die Fabrikbesitzer nicht lohnt: Die ArbeiterInnen verlangen einen fairen Anteil, bei so hohen Löhnen und geringer Arbeitzeit steigt der Profit nicht mehr. Das war inakzeptabel. Seither wird dafür gesorgt, dass es eine gewisse Arbeitslosigkeit gibt: Es ist günstiger für die Kapitalisten, einen gewissen Prozentsatz von Arbeitslosen mit einem miesen Arbeitslosengeld abzuspeisen und dafür diejenigen, die Arbeit haben, für ein billiges Gehalt schuften lassen zu können.
Das heißt andersherum, dass die Arbeitslosen selbst ein Teil des Profites für die Chefs sind: Ohne ihre Existenz, hätten die Arbeitenden mehr Streikmacht und könnten sich bessere Arbeitszeiten bei höherem Lohn erkämpfen. Aus der Chef-Perspektive heißt das, dass die Arbeitslosen ihm viel Wert sind! Am besten ist es für die Chefs, wenn die Arbeitslosen so richtig leiden, damit alle die Arbeit haben, bereit sind alles zu tun, um diese Arbeit zu behalten.
Für uns Lohnabhängigen aber, heißt dass, dass es sowohl für die Arbeitslosen als auch diejenigen mit Arbeit am besten ist, sich ein besseres Leben zu erkämpfen. Wenn arbeitslos sein nicht mehr schlimm ist, dann kann uns kein Chef damit drohen rauszufliegen! Wir würden dann sagen:

„Geb uns unsere 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich, sonst mach ich halt wieder ein bisschen auf arbeitslos, ist auch nett!“

Deshalb ist es sowohl für Arbeitende wie auch für Arbeitslose wichtig, sich ein gutes Leben zu erkämpfen! Wenn Arbeistlose ein schönes Leben haben, haben automatisch auch die Arbeitenden wieder ein besseres! Ihre Chefs werden sie mit guten Arbeitsbedingungen locken müssen und können sich nicht mit Arbeitslosigkeit bedrohen!

Aufnahme des Vortrags in Freiburg

Der erste Vortrag dieser Blog-Reihe „Für eine bessere Welt kämpfen – Einführung in den anarchistischen Kommunismus“ von 2014 wurde im Dezember 2016 nochmal neu aufgelegt. Hier wird der anarchistische Kommunismus auf Basis der Broschüre „Introduction to Anarchist Communism“ der Anarchist Federation UK vorgestellt, ohne, wie im anderen Vortrag auf weitere theoretische Hintergründe einzugehen. Da die Aufnahme gut geworden ist, wird das Video aus den Folien von damals mit der neuen Aufnahme aktualisiert werden.

Aber hier erstmal die Audio zum downloaden oder gleich hören:

Direktlink (zum Download rechtsklick+ziel speicher unter): Vortrag als MP3 (closed source)
Direktlink (zum Download rechtsklick+ziel speicher unter): Vortrag als OGG (open source)

Ankündigung Vortrag in Freiburg

Kämpfen für Freiheit für Alle
Vorstellung des Anarchistischen Kommunismus der AF UK

Die nun endlich auf deutsch erschienene Broschüre „Einführung in den Anarchistischen Kommunismus“ der Anarchist Federation UK wird vorgestellt. Der Kern der Botschaft ist eine für die deutsche linksradikale Szene bislang sehr unzugängliche und doch populärer werdende Erkenntnis: Der Kapitalismus kann nur von der Mehrheit der Gesellschaft abgeschafft werden, und wir als radikale Minderheit werden nur ein Teil dieses Befreiungskampfes sein. Dennoch können und müssen wir diese Befreiung fördern und mitgestalten. Warum, wer, wo und wie das möglich ist wird in der Broschüre behandelt.

Im Laufe des Vortrags werdet ihr merken, dass ein Teil linksradikale Gewohnheiten überwunden werden müssen, ein Teil gar nicht so wichtig ist, ein Teil genau richtig läuft und es mehr Hoffnung gibt als ihr vielleicht glaubt!

Der Vortrag mit anschließender Diskussion findet am Donnerstag, 15.12.2016, 20:00, in der KTS-Freiburg (Baslerstraße 109) statt und ist selbstverständlich kostenfrei und für Alle offen!
KaTS

Erstmals auf deutsch: Einführung in den Anarchistischen Kommunismus. Von AF (UK), Vorläufig fertige Version

Seit Jahren arbeiten wir, neben einer Vielzahl anderer Projekte, an der Übersetzung der „Introduction to Anarchist Communism“ der Anarchist Federation UK. Endlich können wir eine vorläufige Version dieses großartigen Textes euch präsentieren.

Einige Fehler gilt es noch zu finden und zu beheben. Wenn euch welche Auffallen oder auch Stellen, die unschön formuliert oder schwer verständlich sind, schreibt bitte an akom (ät) posteo (punkt) de
Diese Broschüre wurde für einfach Leute, ohne antikapitalistischen Hintergrund und auch ohne höhere Bildungsabschlüsse, geschrieben. Intellektuelle mit kapitalismustheoretischem Wissen mögen sie darum stellenweise für vereinfacht halten. Deshalb wollen wir für die finale Version außerdem ein Nachwort der Übersetzer*innen anfügen, welches eventuelle Missverständnisse ausräumt und aufzeigt, warum wir genau diese einfache Version des allgemeinverständlichen und überall ansetzenden Antikapitalismus so richtig finden.
Vorerst aber viel Spaß mit dem jetzigen Stand der Übersetzung:

Einführung in den anarchistischen Kommunismus (ganzer Text)

Hier ist der Text im pdf-Format zum download formatiert, um ihn als Broschüre auszudrucken (60 Seiten A5). Jetzt mit Inhaltsverzeichnis.

Und hier die erste brauchbare Version im EBook-Format epub

[Leipzig] Aufruf zur Demonstration: Solidarität mit den Streikenden in Frankreich und gegen die geplante HartzIV-Reform!

Der Angriff von Oben…

Seit Anfang März regt sich in Frankreich Widerstand gegen die geplante Reform des Arbeitsgetzes. Diese kommt einem Geschenk an das französische Kapital auf Kosten der Lohnabhängigen gleich und bedeutet einige ganz konkrete Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen. Damit reiht sich Frankreich, regiert von einer sozialdemokratischen Regierung, in den europäischen neoliberalen Kanon ein und verschärft, nach deutschem Vorbild (Agenda 2010, HarzIV), den Klassenkampf von oben.

…und die Antwort von Unten

Darauf antwortete die Bevölkerung mit einer breiten zivilen Bewegung, welche viele tausend Menschen aus verschiedenen sozialen Kontexten zusammenbrachte. Diese verband sich bald auch mit den Gewerkschaften und entwickelte sich zu einem massiven Widerstand: Häfen, Autobahnen und Raffinerien wurden bzw. werden blockiert, vielerorts wird gestreikt, in den Großstädten liefern sich Demonstrant*innen nächtliche Straßenschlachten mit der Polizei. Über eine halbe Millionen Menschen beteiligen sich an landesweiten Demonstrationen. Mit einer Großdemonstration mit über hundertausend Teilnehmenden in Paris am 14. Juni soll noch einmal massiv Druck auf die Regierung ausgeübt werden.

Die Ideologie der Herrschenden

Begründet wird die Reform wie immer mit Arbeitsplätzen. Uns ist aber klar: Arbeitsplätze sind immer nur in einem Land zu gewinnen, wenn sie in anderen (auch europäischen) Ländern abgebaut werden. Der Protest gegen die Reform hat auch antifaschistische Relevanz, so hat er z.B. den Front National, die sich gerne als Partei des „kleinen Mannes darstellt, dazu gebracht, Farbe zu bekennen, diese Reformen zu befürworten und gegen die Protestierenden zu hetzen.

Was passiert in Deutschland?

Auch in Deutschland soll mit der anstehenden Hartz IV-Reform der nächste Angriff auf unsere Lebensbedingungen durchgeführt werden. Für die Reform, die am 1.August beschlossen werden soll, ist u.a. geplant: Die Streichungen der Leistungsbezüge zu vereinfachen, die Rechte der Arbeitslosen zu beschneiden, die Betroffnen durch besondere Benachteiligung von EU-Einwanderer*innen, Alleinerziehenden und Jugendlichen zu spalten.
Kurz.: Der Druck, jeden Job zu jeder Bedingung anzunehmen und in Notsituationen trotzdem in Armut, Obdachlosigkeit und soziale Not zu geraten wird erhöht. Diese erhöht auch den Druck auf diejenigen, die noch Arbeit haben.

Was steckt dahinter?

Der Vorwand, Druck auf die Arbeitnehmer*innen zu erhöhen, ist der Konkurrenzkampf der Nationalstaaten untereinander. Um maximale Profite für die Konzerneigentümer*innen zu sichern, sollen wir für einen besseren Wirtschaftsstandort und mehr Arbeitsplätze unsere Bedürfnisse auf einen Minimum runterschrauben. Wir werden gegen die französischen Lohnabhängigen und gegen die anderer Länder ausgespielt. Die Verhinderung jeder neoliberalen Reform in jedem Land kommt deshalb uns Allen zu Gute. Deshalb werden Errungenschaften unserer vergangenen Kämpfe, Arbeits- und Transferlöhne (wie Renten, Kindergeld, Arbeitslosengeld usw.), auch in Frankreich verteidigt.

Den Angriff auf uns Lohnabhängige transnational stoppen! Praktische Solidarität mit dem Widerstand gegen die Arbeitsgesetzreform in Frankreich!
Die HartzIV-Reform verhindern! Gemeinsam mit den Massen in Paris am 14. Mai auf die Straße gehen: Hier in Leipzig! Auf zum französischen Konsulat!

Demo-Start: 18 Uhr
Augustusplatz Leipzig
Dienstag 14. Juni 2016