Kritischer Begleitflyer zum Vortrag „Kritik am regressiven Antikapitalismus“

Am 5.11.2018 hielt Lothar Galow-Bergemann von der Initiative Emanzipation und Frieden (Stuttgart) seinen Vortrag „Von Kraken, Marionetten und Heuschrecken.Kritik am regressiven Antikapitalismus und seine Nähe zum Antisemitismus“.
Dies wurde von den Initiative Anarchistischer Kommunismus mit einem Flyer begleitet, da dieser und ähnliche Vorträge der Erfahrung nach zur Verhinderung von klassenkämpferischen Positionen geführt hat.

Der Vortrag an sich war erst mal großteils wie erwartet: Eine sehr breite Definition von Antisemitismus wurde aufgemacht (=“das Ressentiment gegen die kapitalistische Moderne“) und viele Transparent und Parolen von Blockupy, Occupy und Protesten gegen G8, G20 und TTIP mit denen von Nazis im Dritten Reich verglichen. Dass häufig Ähnlichkeiten gab erklärte Galow-Bergemann teilweise zurecht mit Bildern, die dem Antisemitismus nahe stehen oder direkt antisemitisch sind (Kapitalisten mit als jüdisch wahrgenommener Hakennase und dicken Lippen). Allerdings besteht die Ähnlichkeit bei nicht-antisemitischen Beispielen auch daraus, dass die Nazis damals versuchten den Antikapitalismus gegen die Kommunisten und Anarchisten derzeit für sich zu reklamieren. Im Vortrag wurden dann wichtige Kritik an der falschen Kapitalismuskritik der Nazis, welche zwischen gutem Industriekapitalismus und bösem Finanzkapitalismus unterscheiden, geleistet und aufgezeigt wie diese von teilweise linken Politikern (Sarah Wagenknecht) und Rednern (Georg Schramm) verwendet wird. Zentral nannte er die Phrase „Geld regiert die Welt. Doch wer regiert das Geld?“
Aber dies wurde gemischt mit einer im Vergleich zu den Vorjahren deutlich vorsichtigeren Verallgemeinerung, einfache Bilder, Parolen und die Wut gegen die kapitalistische Herrschaft seien problematisch. Im Gegensatz zu seinen früheren Vorträg und zu vielen anderen Antideutschen betonte er jedoch, dass diese nicht gleich als „antisemitisch“ zu labeln seien, solange nicht als jüdisch geltende Merkmale dargestellt würden.
Gegen Ende des Vortrags und in der anschließenden Diskussion hat Galow-Bergemann seine Antisemitismus-Definition richtig gestellt und aus der oben dargelegten Allgemeinheit doch wieder mehr auf Hass auf Jüdinnen und Juden bezogen, der auch aus Imagination jüdischer Finanzkapitalisten hinter dem Kapitalismus resultiert. Außerdem gab er zu selbst einfach Bilder zu verwenden und bestätigte, dass dies an sich nicht problematisch sei. Er sei dafür, dass gegen Kapitalismus mobilisiert würde.

Den dort verteilten Flyer der Initiative Anarchistischer Kommunismus gibts es als EPub und als PDF zum Download.


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